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KI in der Filmproduktion: Was ist heute schon möglich?

  • medienzoo
  • 27. Aug.
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen


Bilder und Videos generieren, Szenen verändern oder fehlende Aufnahmen ergänzen – künstliche Intelligenz eröffnet auch in der Filmproduktion ganz neue Möglichkeiten. Gleichzeitig stellt sich die Frage, was davon im echten Produktionsalltag tatsächlich sinnvoll ist und wo ein klassischer Dreh weiterhin die bessere Lösung bleibt.

Unser Cutter Viktor arbeitet regelmäßig mit KI und gibt uns einen Einblick in seine Erfahrungen: Was funktioniert bereits gut, wo liegen die Grenzen und wie verändert die Technologie die Arbeit in der Filmproduktion?


Was kannst du heute mit KI umsetzen, was vor ein paar Jahren noch nicht möglich gewesen wäre?

Mittlerweile gibt es für KI viele verschiedene Einsatzmöglichkeiten. Das fängt schon in der Konzeptionsphase an, hier hat man inzwischen mit Chat GPT oder Claude einen Sparringpartner, der zwar kein fertiges Konzept, aber immer wieder neue Ansätze liefert für mich, um das Konzept auszuarbeiten. In der Produktion selbst, hat KI bei uns auch schon Fuß gefasst, seien es Special Effects die nun Dank KI ohne großen Aufwand eingebaut werden können, Erklärfilme im Grafikstil, die nun ohne selbst zu animieren umgesetzt werden können oder in der Immobilienbranche, in der 3D Visualisierungen nun mit noch mehr Realitätsgrad dargestellt werden können.

Gibt es Bereiche, in denen KI mittlerweile einen klassischen Drehtag oder einzelne Aufnahmen ersetzen kann?

So weit ist die KI meiner Meinung nach noch nicht. Momentan ist KI für mich noch unterstützend. Klar gibt es Projekte, die rein mit KI umsetzbar wären, das Mischen von real aufgenommener Szenen und KI Szenen, halte ich jedoch momentan (für Projekte aus unserem Arbeitsalltag) noch für unrealistisch, da der visuelle Bruch zwischen KI und real Footage leider immer noch sehr leicht sichtbar ist.Wenn man sich jedoch die Entwicklung der KI, gerade zum Beispiel mit dem neuen Seedance Update auf 2.5 ansieht, wird diese Integration von KI Footage in Realfilm, wahrscheinlich nicht lange auf sich warten lassen.
 
Kannst du uns ein konkretes Beispiel aus einem Projekt geben, bei dem KI für den Kunden einen echten Mehrwert gebracht hat?

Es kommt ein bisschen darauf an wie man Mehrwert für den Kunden definiert. Ein Beispiel, für einen Baubegleitungsfilm des Stadttunnels Feldkirch, mussten wir darstellen, dass der Tunnel regelmäßig vermessen wird. Dafür war in meinem Kopf die Idee, einen Schuss zu nehmen in dem das Innere des Tunnels sichtbar ist, und sich dann animierte „Laser-Linien“ aufbauen, die signalisieren „Hier wird der Tunnel vermessen“.
Natürlich kann man das mühsam mit Special Effects nachbauen, in Davinci, After Effects oder ähnliches, wir haben es erfolgreich mit KI probiert und somit uns, und in direkter Folge dem Kunden Zeit erspart. Ein anderes Beispiel ist die Immobilienbranche. 3D Renderings wie sie im Immobiliensektor oft üblich sind, werden in der Regel entweder gar nicht animiert oder mühsam in einem 3D Programm, was meistens darin resultiert, dass die fertigen Animationen sehr rudimentär sind, die Belichtung nicht realistisch aussieht und die Kamerabewegung oft entweder nicht vorhanden oder ebenfalls sehr einfach gestaltet ist.
KI kann auch hier unterstützend sein. Sie gibt mir die Möglichkeit neutrale 3D Renderings in cinematische Szenen umzubauen, spannende Kamerafahrten zu entwickeln oder Timelapse Aufnahmen vom Bau des Gebäudes darzustellen.

Wo stößt KI aktuell noch an ihre Grenzen – und wann würdest du dich weiterhin für einen klassische Methoden entscheiden?

Man merkt, dass KI in allen Bereichen der Medienbranche immer mehr Raum erobert. In Bereichen wie Design und Grafik aber auch Webdesign und App-Coding, hat sie bereits gut Fuß gefasst, einfache Projekte können dort bereits komplett mit KI abgewickelt werden. Auch in unserer Branche feiert sie immer mehr und mehr ihren Einzug. Immer mehr Videos von kompletten KI-Produktionen werden auf Social Media veröffentlicht, die Qualität steigend besser.Überall dort jedoch, wo das Auge gewohnt ist, reale Aufnahmen zu sehen, wo der Mensch gewohnt ist, echte Schauspieler zu sehen, echte Orte, echtes Wasser, echte Tiere, echte Gerätschaften, muss sich die KI sich noch ordentlich weiterentwickeln, um zum gleichen Ergebnis zu kommen wie aus einer professionellen Kamera.Kurz gesagt: Unterstützender Einsatz, ja. Hier und dort einen Schuss ersetzen durch einen KI-Clip? Ja. Eine Realfilm Produktion komplett ersetzen? Nein.
 
 
Wie wird sich deiner Meinung nach die Arbeit in der Filmproduktion durch diese Möglichkeiten verändern?

Meiner Meinung nach wird KI ein Sektor werden, der zur gleichen Größe wie Filmproduktion, Grafikdesign, Webdesign oder App-Entwicklung heranwachsen wird. Man darf nie vergessen einen Blick darauf zu werfen, wie KI noch vor ein paar Jahren aussah und wie sie jetzt aussieht. Fakt ist, KI ist in der Medienbranche jetzt und in der Zukunft nicht mehr wegzudenken.
Sie wird immer besser werden und jeder wird früher oder später vor der Entscheidung stehen, ob sie auf den Zug aufspringen oder bei Altbewährtem bleiben. Ich glaube nicht, dass Filmproduktion durch KI vollständig verdrängt werden kann, zumindest nicht in absehbarer Zeit. Ich denke aber, dass viele Einsatzmöglichkeiten entstehen, bei denen KI eine große Hilfe sein kann. Arbeitsschritte können erleichtert, neue Bereiche können erschlossen, und Zeit kann gespart werden. Viele sehen KI als ein Allheilmittel, um mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel zu schaffen. Aber wie bei allem gilt auch hier die Regel: Von nichts kommt nichts. Mit KI zu arbeiten, heißt nicht automatisch Zeitersparnis, einfacheres Arbeiten, hohe Kreativität und bessere Resultate. Wie bei allem im Leben, um in der Anwendung von KI effizient zu werden, heißt es lernen und üben. Nur durch regelmäßige Anwendung kommt man schlussendlich auch zu den Ergebnissen, die man sich wünscht. Für mich dreht sich also die Frage nicht darum, ob KI die Filmproduktion ersetzen wird, sie dreht sich vielmehr darum beides sinnvoll zu verbinden.




fiktiver KI-Werbespot

 
 
 

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